Startschuss für die Europa-Allee auf der nbso-Westseite

Es geht voran auf der Westseite: Im August 2017 fällt der Startschuss für den Bau der Europa-Allee. Die künftige Haupterschließungsstraße der Bahnstadt West wird parallel zum 1,2 Kilometer langen neuen Gütergleis verlaufen. In den nächsten Tagen beginnen die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen: Um mit den Bauarbeiten beginnen zu können, muss der Boden zunächst von überschüssigem Material, wie Fundamentresten aus der Zeit des Bahn-Ausbesserungswerks, befreit werden. Über diese sogenannte „Baufeldfreimachung“ informierten am heutigen Freitag Vera Rottes, Geschäftsführerin neue bahnstadt opladen GmbH, und Prokurist Andreas Schönfeld im Rahmen eines Pressegesprächs.

„Ich freue mich, dass nach der erfolgreichen Gütergleisverlegung mit dem Bau der Europa-Allee bald der nächste große Meilenstein der Bahnstadt West entsteht und nach langer Planung sichtbar wird“, so nbso-Geschäftsführerin Vera Rottes. „Die Anwohner so wenig wie möglich zu beeinträchtigen hat bei der Baufeldfreimachung und den anschließenden Bauarbeiten höchste Priorität.“

Weg frei für die Pulsader der Bahnstadt West
Im Rahmen des Stadtumbauprojekts Neue Bahnstadt Opladen entsteht auf der Westseite des Areals des ehemaligen Ausbesserungswerks Opladen bis 2020 die Bahnstadt West. Das moderne Stadtviertel, das weitgehend barrierefrei an das Zentrum Opladen anschließen soll, wird eine architektonisch abwechslungsreiche Vielfalt an Gewerbe, Einzelhandel, Büros und Wohnen bieten. Um die rund 12 Hektar große Fläche erschließen und bebauen zu können, war zunächst eine Verlegung der alten Gütergleise notwendig. Nachdem diese in Kooperation mit der Deutschen Bahn Ende 2016 erfolgreich abgeschlossen wurde, ist nun der Weg frei für den Bau der Europa-Allee. Ehemals unter dem Arbeitstitel „Neue Bahnallee“ bekannt, bildet sie nach der Gütergleisverlegung das nächste Etappenziel in der Entstehung der Bahnstadt West. Sie wird als Haupterschließungsstraße fungieren und das Opladener Zentrum von Durchgangsverkehren entlasten.

Verbesserung der Bodenqualität
Die Westseite blickt auf eine geschichtsträchtige Vergangenheit zurück. Auf diesem Gebiet hat ein ganzes Jahrhundert Bahn-Ausbesserungswerk nicht nur Spuren in den Herzen vieler Opladener, sondern auch im Boden hinterlassen: Auf dem westlichen Areal des ehemaligen Werks liegen bisher noch einige „Hot Spots“, wie Fundamente einer alten Drehscheibe, die von 1900 bis 1965/66 in Betrieb war, ein ehemaliger Ölabscheider und ein altes Tanklager im Erdreich versteckt. Da zudem betriebsbedingte Schadstoffe in den Böden vermutet werden, muss das künftige Baufeld für die Europa-Allee aufbereitet werden.

Im Zuge der Baufeldfreimachung wird die Qualität der Bodenbeschaffenheit verbessert. Dazu werden die industriellen „Hinterlassenschaften“ auf einer Strecke von ca. 1000m Länge und 17m Breite aus dem Erdreich ausgehoben. Bei den Erdbauarbeiten werden rund 12.000m³ Boden auf dem zukünftigen Baufeld bewegt. Die abgetragenen Böden werden durch die Entnahme von Proben überprüft und anschließend fachgerecht entsorgt.

Park-and-Ride-Anlage bleibt bestehen 
Zur Baufeldfreimachung gehört außerdem die Erstellung einer zusätzlichen Baustraße, die auch für die weiteren Arbeiten auf der Westseite genutzt wird. Die im Rahmen der Gütergleisverlegung angelegte Baustraße wird die Grundlage für die Europa-Allee bilden, die nach Abschluss der vorbereitenden Maßnahmen entsteht. Die Park-and-Ride-Anlage ist von den Maßnahmen nicht betroffen und wird weiter uneingeschränkt zugänglich sein. 

Risikominimierung für Anwohner
Bei der Westseite der Neuen Bahnstadt handelt es sich um ein ehemaliges Bombenabwurfgebiet aus dem 2. Weltkrieg. Im Rahmen der Gütergleisverlegung wurden nach sorgfältiger Prüfung zwei Bomben durch den Kampfmittelräumdienst entfernt. Aktuell sind auf dem Baufeld der Europa-Allee keine Verdachtspunkte mehr bekannt. Das Vorhandensein von Bombenblindgängern kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Um die größtmögliche Sicherheit aller Anwohner und Beteiligten zu gewährleisten und Risiken zu minimieren, werden die Erdarbeiten daher mit besonderer Vorsicht durchgeführt. Die Böden werden schichtweise abgetragen und auf Kampfmittel untersucht. 

Ziel: Maximale Kooperation, minimale Beeinträchtigung
Das oberste Anliegen ist es, die entstehenden Beeinträchtigungen für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Erfahrungsgemäß kann eine gewisse Staub- und Lärmbelastung bei bauvorbereitenden Maßnahmen zwar nicht unterbunden, aber deutlich verringert werden. Aus diesem Grund ist die mit der Baufeldfreimachung beauftragte Firma dazu verpflichtet, geltende Bestimmungen zum Schutz vor Baulärm einzuhalten und regelmäßig zu überprüfen. Lärmintensive Maßnahmen werden ausschließlich werktags von 7.00-17.00 Uhr durchgeführt. Verunreinigungen auf öffentlichen Straßen werden durch den Einsatz von Kehrmaschinen entfernt, u.a. um die Staubentwicklung zu reduzieren. 

Die auf voraussichtlich 3 Monate angelegte Baufeldfreimachung für die Europa-Allee bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Durch die Kooperation der neuen bahnstadt opladen GmbH mit den Technischen Betrieben der Stadt Leverkusen (TBL) sowie der Energieversorgung Leverkusen (EVL) werden mit der Baufeldfreimachung in einem Zug direkt die Vorbereitungen für den Bau des notwendigen Mischwasserkanals und des Energiekonzepts der EVL getroffen. Aufgrund der engen Zusammenarbeit während der bauvorbereitenden Maßnahmen werden die Beeinträchtigungen für die Anwohner zusätzlich verringert. Sobald die Baufeldfreimachung abgeschlossen ist, übergibt die nbso GmbH das Baufeld direkt in die Hände der TBL und EVL, die dann mit ihren Arbeiten beginnen können. 

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