Das Leitbild Grün am Beispiel – Die Begrünung der Lärmschutzwand in der Bahnstadt West

Das Städtebauprojekt Neue Bahnstadt Opladen steht beispielhaft für eine Vielzahl an Maßnahmen zum Klimaschutz in der Stadt Leverkusen. Die Begrünung der Lärmschutzwand in der Bahnstadt West ist ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Fassadenbegrünung. Als Teil einer klimavorsorgenden Strategie soll sie Vorbildcharakter haben.

„Umweltschutz und Klimaschutz gelingt nur, wenn Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln. In Leverkusen setzt das Leitbild Grün und Klimawandel den Rahmen hierfür. Dabei arbeiten die Stadtverwaltung Leverkusen und das NaturGut Ophoven eng zusammen, um Elemente der Klimaanpassung zu erarbeiten und diese in konkrete Handlungsfelder wie Biologische Vielfalt, Umweltbildung und Grün- und Freiflächen zusammenzuführen und umzusetzen“, betont Alexander Lünenbach, Umweltdezernent der Stadt Leverkusen und verantwortlich für das Klimaschutzanpassungskonzept der Stadt Leverkusen.

Als wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist die Begrünung der Lärmschutzwand Auftakt für weitere Maßnahmen zur Fassadenbegrünung innerhalb der Neuen Bahnstadt Opladen. Sie ist damit auch Pilot, um das Konzept im Hinblick auf die Nachhaltigkeit, die Ökologie und die Wirtschaftlichkeit weiter zu qualifizieren, um dann stadtweit in die Breite gebracht zu werden. Auf der gesamten Länge der Lärmschutzwand sind 614 Weinpflanzen gesetzt. Ziel ist es, das Leuchtturmprojekt „Begrünte Lärmschutzwand“ in aktuelle Klimaschutzwettbewerbe einzubringen, um daraus ein mit der Stadt abgestimmtes Beratungsangebot zu entwickeln, das auch die Frage nach städtischen Förderangeboten einschließt.

Mit der begrünten Lärmschutzwand wird das Klimaschutzprogramm der Neuen Bahnstadt Opladen um einen wichtigen Baustein erweitert. Dazu gehören auch eine sieben Hektar große parkähnliche Grünfläche mit zum Teil alten Baumbestand in der Bahnstadt Ost. Das Grün wird sich hier im wesentlich dichter bebauten Westen fortsetzen. Der Brückenpark wird zum grünen Angelpunkt inmitten des Grünen Bands, das in Zukunft Opladen und die Bahnstadt verbinden wird. Ebenso die Europa-Allee, die bereits von Sumpf-Eichen, die zu den sogenannten Klimabäumen zählen, gesäumt wird, ist Teil des Konzeptes. „Von Anfang an war unser Ziel, Themen wie Nachhaltigkeit und Naturschutz planerisch in diesem innerstädtischen Entwicklungsgebiet umzusetzen“, erklärt Vera Rottes, die Geschäftsführerin der nbso GmbH. „Auf der Ostseite ist uns das bereits gelungen, das Grüne Kreuz tut dem Stadtklima gut und wird von den Bahnstadt-Bewohnern und ihren Nachbarn intensiv zur Naherholung genutzt. Auch den Saum zwischen Bahnstadt West und Opladen werden wir mit dem Grünen Band schließen und beleben.“

Als Ganzes betrachtet, ergibt sich zukünftig in der Neuen Bahnstadt ein Quartier, das in der Umsetzung des Leitbildes Grün und als Vorsorgestrategie in der Klimaanpassung für Leverkusen und andere Kommunen Modellcharakter hat.

Beraten wird das Team der Neuen Bahnstadt Opladen in Fragen des Stadtgrüns vom NaturGut Ophoven, dem Kompetenzzentrum für Umwelt und Klima. „Stadtgrün ist ein elementarer Bestandteil des Stadtklimas und der Schutz unseres Klimas gehört zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Jeder sollte seinen Beitrag dazu leisten. Deshalb ist die Bildung für den Klimaschutz ein Schwerpunkt und ein integraler Bestandteil der gesamten Arbeit auf dem NaturGut Ophoven“, führt Dr. Hans-Martin Kochanek, Leiter der Einrichtung, ins Feld. „Unsere Arbeit besteht darüber hinaus in der Vernetzung von Akteuren, die gemeinsam Aktionen und Programme zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Stadt umsetzen können. Genau das ist in diesem Fall erfolgreich geschehen.“

Damit Klimaschutz auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt gelingt, ist es wichtig die realen Klimaverhältnisse vor Ort mit dem, anhand von Messungen und Klimadaten ermittelten Expertenwissen abzugleichen. Hierzu ist das Wissen der Bürgerinnen und Bürger gefragt. Bis zum 6.12. haben alle Leverkusenerinnen und Leverkusener die Möglichkeit auf der interaktiven Klimakarte der Stadt Leverkusen ihre Kommentare und Anmerkungen zu Stadtgrün und Klima einzutragen. Die Ergebnisse werden mit den fachlichen Erhebungen abgestimmt und fließen in das zu erstellende Klimaanpassungskonzept ein. www.leverkusen.de/leben-in-lev/natur-umwelt/klimaschutz/karte-zu-klimaanpassung.php

„So wird Klimaschutz zu einem gemeinschaftlichen Prozess“, resümiert Umweltdezernent Alexander Lünenbach. „Jetzt ist es wichtig, dass sichtbar wird, wo und wie die Bausteine des Leitbilds Grün im Stadtbild gemeinsam mit unseren Partnern umgesetzt werden. So wollen wir Akzeptanz in der Bevölkerung für das wichtige Thema Klimaschutz schaffen und positives Vorbild mit Nachahmungscharakter sein.“

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